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Aber?, Max Goldt, dtv
Die Kritiken zu Max Goldts Band Aber? zeichnen ein insgesamt vielschichtiges Bild. Einigkeit besteht darin, dass Goldt weiterhin als äußerst sprachmächtiger und eigenwilliger Autor wahrgenommen wird, dessen Texte von großer stilistischer Präzision, Sprachwitz und analytischem Scharfsinn geprägt sind.
Zugleich gehen die Bewertungen deutlich auseinander, was die zeitdiagnostische Seite des Buches betrifft. Während einige Kritiken Goldts Texte als notwendiges Gegengift gegen sprachliche Verflachung, moralische Selbstgefälligkeit und mediale Phrasen lesen, bemängeln andere, dass seine Kommentare zum Zeitgeist stellenweise ins Kabarettistische oder in einen als überholt empfundenen Altherrenhumor abrutschen. Kritisch gesehen werden insbesondere pauschale Abrechnungen mit politischer Korrektheit, Klischees über Milieus oder einzelne als misogyn empfundene Passagen, die für manche Leser an Schärfe verlieren oder unnötig provozieren.
„Aber?“ zeigt Max Goldt aus unserer Sicht in großer stilistischer Souveränität und mit unverwechselbarer Stimme, vor allem dort, wo er Sprache reflektiert und literarisch verdichtet. Gleichzeitig polarisiert der Band stärker als frühere Werke, weil seine kulturkritischen Pointen nicht immer als zeitgemäß oder treffsicher empfunden werden. Das Buch bietet somit sowohl literarische Höhepunkte als auch Texte, die je nach Perspektive als anregend oder ermüdend gelesen werden können – ein Werk, das weniger Konsens sucht als Diskussion provoziert.
Hardcover | 160 Seiten | ISBN : 978-3-423-28488-2
Max Goldt, 1958 geboren, in Göttingen aufgewachsen, in den frühen Jahren Musiker, namentlich als Mitglied der Band Foyers des Arts, schreibt seit mehr als 35 Jahren. Nach den üblichen Maßstäben sind seine Texte alle kurz, und fast alle sind komisch, humoristisch oder satirisch. Er lebt in Berlin.
Bilder: Privat (1)
01.2026